Lippisches Landesmuseum

Das Lippische Landesmuseum in Detmold präsentiert in seiner Ausstellung »Kulturen der Welt« eine so genannte ethnologische Sammlung in einer bedenklichen Form, welche den ausgestellten Gegenständen und den dargestellten Kulturen und Lebensweisen meist nicht gerecht wird. Dies führt auch dazu, dass koloniale Narrative reproduziert werden. Das Museum versucht dem zwar u.a. durch Provenienzforschung entgegenzusteuern, ob, wie und wann sich dies jedoch auch auf die Ausstellungsgestaltung auswirkt, ist noch unklar.

Zur Eröffnung des Humboldt-Forums in Berlin im Jahr 2021 hielt die Schriftstellerin Chimamanda N. Adichie eine Rede, in welcher sie kritisch anmerkte: »Das Humboldt-Forum wurde als Ort konzipiert, um die Universalgeschichte der Menschheit aus unterschiedlichen Perspektiven zu erzählen. Dies ist eine lobenswerte Idee, aber sie ist unvollständig. Denn erneut müssen wir das Thema der Macht konfrontieren: Wer erzählt die Geschichte, wer ist der Erzähler und über wen wird erzählt? wer entscheidet, dass afrikanische Kunst als „ethnologisch“ bezeichnet wird; wer hat das Recht „den Anderen“ auszustellen?« Diese Fragen, mit welchen Adichie hier endet, sind herausfordernde, aber notwendige Fragen. Museen müssen sich mit diesen auseinandersetzen: Welche Bilder und Narrative verbreiten sie durch ihre Ausstellungen und das Ausgestellte und welche Diskurse regen sie an – und welche eben nicht? Zahlreiche derartige Ausstellungen bleiben nach wie vor von einem Blick auf das vermeintlich „Fremde“ oder auch „Anachronistische“ bestimmt, welche allzu leichtfertig das Bild von etwas „Rückständigem“ oder „Minderwertigen“ erzeugen. Dementsprechend müssen sich nicht nur Museen überlegen, wie sie mit ihren, oftmals auf problematische Weise in ihren Besitz gelangten, Ausstellungsstücken umgehen, sondern auch, worauf die Ausstellungspraxis eigentlich abzielen soll. Aus welchem Grund werden diese Ausstellungen gestaltet, welche Geschichte soll erzählt werden und welche Auseinandersetzung und Reflexion soll angestoßen werden?
Die Verantwortung und die daraus resultierenden Konsequenzen, die Museen dabei zufallen, sind immens und durch deren begrenzte Kapazitäten nicht zu stemmen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass Museen sich aus der Pflicht nehmen dürften. Sie müssen diesen problematischen Kontinuitäten aktiv entgegensteuern. Die Ausstellung „Kulturen der Welt“ des Lippischen Landesmuseums in Detmold tut dies noch nicht. Es bleibt jedoch eine gesellschaftliche Aufgabe darauf hinzuarbeiten und die Museen nicht allein mit dieser Verantwortung zu lassen. Ein durchaus augenzwinkernder Versuch dies zu tun, war das Videoprojekt von Daniel, Lina, Isabella, Sumeija. Diese ahmen eine Fernsehserie nach und stellen dabei die Frage, ob das Ausgestellte wirklich die Realität abbildet oder Museen das ein oder andere Mal eine falsche Geschichte erzählen.

Gemeinsam Geschichte Entdecken:
Kolonialismus in OWL – Ein Bildungsprojekt für Schulen

Helfen Sie uns, die verborgenen Kapitel unserer Geschichte zu enthüllen und das Bewusstsein für die koloniale Vergangenheit Ostwestfalen-Lippes zu schärfen. Mit unserem Projekt möchten wir Schulen die Möglichkeit bieten, tiefere Einblicke in die Nachwirkungen des Kolonialismus zu gewinnen und diese Erkenntnisse in den Unterricht zu integrieren. Nutzen Sie diese Chance, um Ihre Schüler für ein wichtiges und aktuelles Thema zu sensibilisieren.

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