Nettelbeckweg
Gütersloh
Route zum Standort
Joachim Nettelbeck (1738 - 1824) war zu Lebzeiten in den transatlantischen Sklavenhandel verwickelt, profitierte von kolonialer Ausbeutung und trat für die Schaffung deutscher Kolonien ein. Noch heute gibt es in Deutschland etliche Straßen, die nach ihm und zu seinen "Ehren" benannt sind, auch in Gütersloh.
Die Benennungen stammen oft aus einer Zeit, in der die deutsche Kolonialzeit unkritisch betrachtet und wenig hinterfragt wurde. Nettelbeck galt lange als Nationalheld aufgrund seiner Beteiligung an der Verteidigung Kolbers gegen Napoleon und wurde von den Nationalsozialisten verehrt. Lange unbetrachtet blieb seine Befürwortung und Beteiligung im kolonialen Sklavenhandel. Nettelbeck arbeitete ab 1771 als Steuermann auf einem Sklavenschiff an der aifrikanischen Westküste. Dabei half er Menschen in die Sklaverei in die Karibik zu verschleppen. Er verdiente am kolonialen Goldhandel und wurde vermögend. 1775 trat er für die Schaffung einer Niederlassung zur Beschaffung von Sklaven in Westafrika ein. Aufgrund dieser Verwicklungen wurden bereits viele Straßennamen, die an Nettelbeck erinnern umbenannt. In Gütersloh ist die bis heute nicht erfolgt, obwohl Schüler des Evangelischen Stiftischen Gymnasiums eine intensive Debatte um die Nettelbeckstraße angestoßen und seine Umbenennung in Johanna Gertze Straße gefordert haben, gibt es diese Straße bis heute. Charlotte, Emma, Pia und Johanna von der Olof-Palme Gesamtschule haben sich mit dieser Geschichte auseinandergesetzt und stellen diese in ihrem Video dar.
Gemeinsam Geschichte Entdecken:
Kolonialismus in OWL – Ein Bildungsprojekt für Schulen
Helfen Sie uns, die verborgenen Kapitel unserer Geschichte zu enthüllen und das Bewusstsein für die koloniale Vergangenheit Ostwestfalen-Lippes zu schärfen. Mit unserem Projekt möchten wir Schulen die Möglichkeit bieten, tiefere Einblicke in die Nachwirkungen des Kolonialismus zu gewinnen und diese Erkenntnisse in den Unterricht zu integrieren. Nutzen Sie diese Chance, um Ihre Schüler für ein wichtiges und aktuelles Thema zu sensibilisieren.