Statue Kurfürst Friedrich-Wilhelm von Brandenburg
Minden
Route zum Standort
Das Denkmal des Kurfürsten Friedrich Wilhelm von Brandenburg an der Weserbrücke in Minden als Ort auf dieser Webseite zu finden wird einige zunächst überraschen. Was hat der sogenannte große Kurfürst mit dem Thema Kolonialismus zu tun? Die Geschichte des deutschen Kolonialismus wird vor allem mit den Kolonien des 19. Jahrhunderts verbunden. Preußens Verwicklungen in den transatlantischen Sklavenhandel beginnen jedoch bereits im 17. Jahrhundert mit dem Fort Großfriedrichsburg an der westafrikanischen Küste.
Das Denkmal in Minden das auf den Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg verweist wird 1901 eingeweiht. Bis heute fehlen jegliche Kontextualisierungen, etwa zu dem Preußischen Engagment im Handel mit afrikanischen Sklaven, dass durch den Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg maßgeblich vorangebracht wurde. Ziel Friedrich Wilhelms war es von den Gewinnen im Handel mit Gold, Elfenbein und insbesondere Sklaven zu profitieren. Dazu wurden koloniale Unternehmungen gestartet. Es wurde eine eigene preußische Flotte aufgebaut und die Festung Großfriedrichburg an der westafrikanischen Küste im Jahr 1683 errichtet und in Besitz genommen. Zur Abwicklung des Sklavenhandels wurde zudem der Stützpunkt St. Thomas in der Karibik erworben. Nun konnte Preußen als Akteur direkt am transatlantischen Sklavenhandel partizipieren. In Großfriedrichburg wurden Sklaven gekauft und mit Schiffen in die Karibik verbracht, wo sie an europäische Plantagenbetreiber weiterverkauft wurden. Dort wurden die Versklavten unter anderem auf Zuckerrohrplantagen eingesetzt, etwa auf der französischen Kolonie Haiti oder der britischen Kolonie in Jamaica. Die Lebensbedingungen waren äußerst brutal, die Lebensdauer der Sklaven betrug im Schnitt nur noch 10 Jahre. Preußen war so für die Versklavung von 15.000 bis 19.000 Menschen direkt verantwortlich, die über die Festung Großfriedrichsburg nach St. Thomas verschleppt wurden. Das Fort war zwischen 1683 bis 1717 in preußischem Besitz und ist bis heute erhalten. Friedrich, Max, Cedric und Max aus dem 9. Jahrgang des Ratsgymnasiums Minden haben sich in ihrem Video gefragt, wie ein Gedenken an den Kurfürst Friedrich Wilhelm heute aussehen kann und was dies mit den Verwicklungen in den Sklavenhandel zu tun hat.
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Kolonialismus in OWL – Ein Bildungsprojekt für Schulen
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